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Riester-Reform 2027

Riester-Reform 2027: Was sich jetzt ändert – und warum eine Prüfung wichtiger ist als Aktionismus

Viele Kunden erhalten aktuell Post von ihrer Versicherung. Darin geht es um die Reform der steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge – häufig vereinfacht als „Riester-Reform“ bezeichnet.

Das sorgt verständlicherweise für Fragen:

  • Muss ich jetzt etwas tun?
  • Wird mein bestehender Riester-Vertrag automatisch geändert?
  • Kommt jetzt ein besseres Produkt?
  • Sollte ich wechseln?
  • Oder sollte ich meinen alten Vertrag lieber behalten?

Die wichtigste Antwort vorab:

Für bestehende Riester-Verträge besteht aktuell kein unmittelbarer Handlungsdruck. Bestehende Verträge laufen weiter. Die bisherige Förderung bleibt erhalten. Es gibt keine automatische Kündigung und keine automatische Umstellung.

Trotzdem ist die Reform wichtig. Denn ab 2027 entsteht eine neue Produktwelt. Es wird mehr Wahlfreiheit geben, neue Förderlogik, neue Produkte, mehr Kapitalmarktorientierung und weniger starre Garantievorgaben.

Aus meiner Sicht ist das grundsätzlich ein richtiger Schritt. Denn die bisherige Riester-Welt war für viele Kunden zu kompliziert, zu unflexibel und durch hohe Garantievorgaben oft zu stark in den Renditechancen begrenzt.

Aber: Mehr Möglichkeiten bedeuten nicht automatisch, dass jeder bestehende Vertrag gewechselt werden sollte.

Genau hier ist saubere Beratung entscheidend.

Praxisbeispiel: Warum viele Kunden aktuell verunsichert sind

Herr M. aus Halle (Saale) erhielt vor wenigen Wochen ein Schreiben zu seinem Riester-Vertrag. Darin wurde auf die geplanten Veränderungen der geförderten Altersvorsorge hingewiesen.

Seine erste Reaktion:

„Muss ich jetzt etwas ändern?“

„Ist mein Vertrag überhaupt noch sinnvoll?“

„Sollte ich auf die neuen Produkte warten?“

Mit diesen Fragen ist er nicht allein. Aktuell erhalten viele Kunden ähnliche Informationen und stellen sich dieselben Fragen.

Dabei wird häufig übersehen: Eine Reform bedeutet nicht automatisch, dass bestehende Verträge schlecht geworden sind.

Genau deshalb sollte nicht vorschnell gehandelt werden. Zuerst muss geprüft werden, welche Vorteile der bestehende Vertrag bietet und ob ein späterer Wechsel tatsächlich einen Mehrwert schafft.

Was ist der aktuelle Stand der Riester-Reform?

Nach aktuellem Stand sollen die neuen geförderten Altersvorsorgeprodukte zum 01.01.2027 eingeführt werden.

Wichtig ist jedoch:

Bis zur endgültigen gesetzlichen Umsetzung können sich einzelne Details noch verändern.

Der aktuelle Plan sieht vor, dass die bisherige Riester-Förderung für bestehende Verträge erhalten bleibt und für Neuabschlüsse eine modernisierte Form der geförderten privaten Altersvorsorge geschaffen wird.

Für bestehende Riester-Verträge gilt weiterhin Bestandsschutz.

Das bedeutet:

  • Bestehende Verträge laufen weiter.
  • Die bisherige Förderung bleibt erhalten.
  • Es gibt keine Pflicht zum Wechsel.
  • Neue Produkte können freiwillig genutzt werden.
  • Ein Wechsel muss individuell geprüft werden.

Gerade bei langfristigen Altersvorsorgeverträgen sollten Entscheidungen niemals aus Unsicherheit oder Zeitdruck getroffen werden.

Was soll ab 2027 neu werden?

Die Reform bringt mehrere zentrale Änderungen.

Neue beitragsproportionale Förderung

Die Förderung soll deutlich einfacher werden.

Nach aktuellem Stand ist vorgesehen:

  • Für die ersten 360 Euro Eigenbeitrag pro Jahr gibt es 50 Cent Förderung pro eingezahltem Euro.
  • Für weitere Beiträge bis 1.800 Euro pro Jahr gibt es 25 Cent Förderung pro eingezahltem Euro.
  • Die maximale Grundzulage kann dadurch bis zu 540 Euro jährlich betragen.

Zusätzlich sollen weiterhin Kinderzulagen gewährt werden.

Geplant sind:

  • Bis zu 300 Euro Kinderzulage pro Kind und Jahr.
  • Ein Berufseinsteigerbonus von 200 Euro für junge Menschen unter 25 Jahren.

Dadurch wird die Förderung deutlich transparenter als bisher.

Neue Zielgruppen: Auch Selbstständige sollen profitieren

Eine der wichtigsten Änderungen betrifft die Förderberechtigung.

Bisher waren viele Selbstständige von der unmittelbaren Riester-Förderung ausgeschlossen oder nur über Umwege förderfähig.

Künftig sollen auch:

  • Selbstständige
  • Freiberufler
  • Gewerbetreibende
  • Mitglieder berufsständischer Versorgungswerke

stärker in die Förderung einbezogen werden.

Gerade für diese Zielgruppen kann die Reform daher besonders interessant werden.

Altersvorsorgedepot ohne Garantie

Der vermutlich größte Unterschied zur bisherigen Riester-Welt ist das geplante Altersvorsorgedepot.

Dieses soll auch ohne klassische 100-Prozent-Beitragsgarantie möglich sein.

Die bisherige Garantie hat viele Anbieter dazu gezwungen, einen großen Teil des Kapitals sehr defensiv anzulegen.

Dadurch wurden langfristige Renditechancen häufig eingeschränkt.

Gerade bei Laufzeiten von 20, 30 oder 40 Jahren können höhere Aktienquoten langfristig sinnvoll sein.

Das bedeutet nicht, dass Garantien schlecht sind.

Es bedeutet lediglich:

Garantie kostet Renditechance.

Garantieprodukte bleiben möglich

Die Reform bedeutet nicht das Ende von Garantieprodukten.

Nach aktuellem Stand sollen weiterhin verschiedene Varianten möglich sein:

  • 100 Prozent Garantie
  • 80 Prozent Garantie
  • Produkte ohne Garantie

Dadurch können Kunden künftig stärker entsprechend ihrer persönlichen Risikoneigung entscheiden.

Was bedeutet die Reform für Beamte?

Beamte gehören bereits heute zu den größten Nutznießern der Riester-Förderung.

Durch die unmittelbare Förderberechtigung und häufig mehrere Kinderzulagen konnten viele Beamte erhebliche Fördervorteile nutzen.

Auch nach der Reform bleibt die entscheidende Frage:

Passt ein neuer Vertrag tatsächlich besser zur persönlichen Ruhestandsplanung als der bestehende Vertrag?

Gerade Beamte verfügen später über eine Pension. Deshalb sollte jede Altersvorsorgelösung immer im Zusammenhang mit den bereits vorhandenen Versorgungsansprüchen betrachtet werden.

Ein Wechsel allein aufgrund neuer Produktnamen oder Werbeaussagen ist selten sinnvoll.

Was passiert mit bestehenden Riester-Verträgen?

Bestehende Riester-Verträge bleiben bestehen.

Das ist der wichtigste Punkt für alle Kunden, die aktuell Post von ihrer Versicherung erhalten.

Ein bestehender Vertrag wird nicht automatisch schlecht, nur weil neue Möglichkeiten entstehen.

Gerade ältere Verträge können interessante Vorteile besitzen:

  • Bereits bezahlte Abschlusskosten
  • Gute Rechnungsgrundlagen
  • Bestehende Garantien
  • Hohe Zulagenhistorie
  • Kinderzulagen
  • Steuerliche Vorteile
  • Wertvolle Altbedingungen

Deshalb wäre es falsch zu sagen:

„Alles Alte muss weg.“

Genauso falsch wäre:

„Alles Alte muss bleiben.“

Jeder Vertrag sollte einzeln geprüft werden.

Warum ein Wechsel nicht automatisch sinnvoll ist

Ein Wechsel kann Vorteile bieten:

  • Höhere Renditechancen
  • Mehr Flexibilität
  • Moderne Anlagemöglichkeiten

Ein Wechsel kann aber auch Nachteile haben:

  • Neue Abschlusskosten
  • Neue Verwaltungskosten
  • Verlust alter Garantien
  • Verlust alter Rechnungsgrundlagen
  • Steuerliche Auswirkungen
  • Höhere Schwankungen

Ein neuer Vertrag muss seine Kosten zunächst wieder verdienen.

Deshalb sollte immer geprüft werden, ob ein Wechsel tatsächlich einen messbaren Mehrwert bringt.

Die 5 häufigsten Fehler bei der Riester-Reform

Fehler 1: Den Vertrag vorschnell kündigen

Viele Kunden reagieren aus Unsicherheit mit einer Kündigung. Dadurch gehen häufig wertvolle Vorteile verloren.

Fehler 2: Zulagen verschenken

Noch immer werden jedes Jahr Fördergelder verschenkt, weil Eigenbeiträge oder Zulagenanträge nicht überprüft werden.

Fehler 3: Nur auf Rendite zu schauen

Rendite ist wichtig. Aber ebenso wichtig sind Versorgungssicherheit, Steuern und Hinterbliebenenschutz.

Fehler 4: Neue Produkte ungeprüft abzuschließen

Neu bedeutet nicht automatisch besser.

Fehler 5: Die gesamte Ruhestandsplanung zu vergessen

Das beste Produkt hilft wenig, wenn die eigentliche Versorgungslücke unbekannt ist.

Wird das neue Altersvorsorgedepot ein ETF-Depot?

Viele Menschen vergleichen die neuen Altersvorsorgedepots bereits mit klassischen ETF-Sparplänen.

Ganz so einfach ist dieser Vergleich nicht.

Das neue System wird:

  • staatlich gefördert
  • steuerlich besonders behandelt
  • besonderen gesetzlichen Regeln unterliegen
  • teilweise verrentet werden

Dadurch ergeben sich Unterschiede zu einem normalen ETF-Depot.

Ob ein ETF-Sparplan oder ein Altersvorsorgedepot besser geeignet ist, hängt immer von der individuellen Situation ab.

Warum ich Riester nicht isoliert betrachte

Viele Menschen fragen:

„Welches Produkt ist das beste?“

Aus meiner Sicht ist das oft die falsche Frage.

Die bessere Frage lautet:

„Wie sichere ich meine Ausgaben im Ruhestand lebenslang ab?“

Deshalb betrachte ich Altersvorsorge immer ganzheitlich.

Im Rahmen einer strukturierten Ruhestandsplanung nach DIN werden unter anderem folgende Punkte analysiert:

  • Gesetzliche Rente oder Pension
  • Versorgungslücke
  • Inflation
  • Hinterbliebenenschutz
  • Steuerliche Situation
  • Vermögen
  • Persönliche Ziele
  • Risikobereitschaft

Erst danach lässt sich beurteilen, welche Lösung sinnvoll ist.

Für wen kann die Reform besonders interessant werden?

Die neuen Möglichkeiten können besonders interessant sein für:

  • Junge Arbeitnehmer
  • Familien mit Kindern
  • Selbstständige
  • Freiberufler
  • Menschen mit langer Laufzeit bis zur Rente
  • Kunden mit höherer Risikobereitschaft
  • Kunden mit teuren Altverträgen

Für wen kann ein bestehender Vertrag weiterhin sinnvoll sein?

Ein bestehender Vertrag kann weiterhin sinnvoll sein, wenn:

  • Die Kosten bereits bezahlt sind
  • Hohe Kinderzulagen fließen
  • Gute Garantien bestehen
  • Die Restlaufzeit kurz ist
  • Der Vertrag gute Altbedingungen besitzt

Was Kunden jetzt konkret tun sollten

Aktuell gilt:

  • Nicht vorschnell kündigen
  • Förderung weiter nutzen
  • Unterlagen sammeln
  • Neue Tarife abwarten
  • Bestehenden Vertrag prüfen lassen

Regionale Beratung für Halle (Saale), Teutschenthal, Saalekreis und Lutherstadt Eisleben

In meiner Beratungspraxis in Halle (Saale), Teutschenthal, dem Saalekreis und Lutherstadt Eisleben betreue ich viele Kunden, deren Riester-Verträge bereits seit 10, 15 oder sogar 20 Jahren bestehen.

Gerade diese Verträge können heute wertvolle Vorteile besitzen, die bei einer vorschnellen Kündigung verloren gehen würden.

Umgekehrt gibt es auch Verträge, bei denen eine spätere Alternative sinnvoll sein kann.

Genau deshalb sollte jede Entscheidung auf einer individuellen Analyse beruhen.

Die größte Gefahr sind nicht schlechte Produkte, sondern schlechte Entscheidungen

Die größte Gefahr bei Altersvorsorgeentscheidungen ist selten ein schlechtes Produkt.

Die größte Gefahr sind überhastete Entscheidungen.

Wer heute vorschnell kündigt oder morgen unüberlegt wechselt, riskiert langfristige Nachteile.

Deshalb sollte jede Entscheidung auf einer sauberen Analyse beruhen – nicht auf Schlagzeilen oder Werbeversprechen.

Mein Beratungsansatz

Ich werde die Entwicklung der Reform weiter beobachten.

Sobald konkrete Produkte und Wechselmöglichkeiten verfügbar sind, werde ich diese mit bestehenden Verträgen vergleichen.

Dabei geht es nicht darum, möglichst schnell neue Verträge zu verkaufen.

Es geht darum, objektiv zu prüfen:

  • Lohnt sich ein Wechsel wirklich?
  • Welche Kosten entstehen?
  • Welche Förderung ist besser?
  • Welche Garantien werden benötigt?
  • Welche Renditechancen entstehen?
  • Welche Risiken entstehen?

Erst danach sollte eine Entscheidung getroffen werden.

Fazit: Die Reform ist eine Chance – aber kein Grund für Aktionismus

Die geplante Reform bringt viele sinnvolle Veränderungen.

Mehr Flexibilität, bessere Kapitalmarktchancen, einfachere Förderung und neue Möglichkeiten für Selbstständige sind grundsätzlich positiv.

Gleichzeitig bedeutet das nicht automatisch, dass bestehende Verträge ersetzt werden sollten.

Deshalb gilt:

Erst prüfen. Dann entscheiden.

Wer bereits einen Riester-Vertrag besitzt, sollte aktuell ruhig bleiben, die bestehende Förderung weiter nutzen und die neuen Möglichkeiten sachlich bewerten lassen.

Ganz wichtig!

Sie besitzen bereits einen Riester-Vertrag und möchten wissen, ob dieser noch zu Ihrer heutigen Situation passt?

Oder Sie möchten prüfen lassen, ob die neue geförderte Altersvorsorge ab 2027 für Sie interessant werden könnte?

Dann lassen Sie Ihren Vertrag unabhängig prüfen.

Im Mittelpunkt steht dabei nicht das einzelne Produkt, sondern Ihre gesamte Ruhestandsplanung – inklusive gesetzlicher Rente, Pension, privater Vorsorge, Inflation, Steuern und gewünschter Ausgabensicherheit im Alter.

Terminvereinbarung:

FAQ zur Riester-Reform 2027

Muss ich meinen bestehenden Riester-Vertrag jetzt kündigen?

Nein. Bestehende Verträge genießen Bestandsschutz.

Wird mein Vertrag automatisch umgestellt?

Nein. Eine automatische Umstellung ist aktuell nicht vorgesehen.

Ist die Reform bereits endgültig beschlossen?

Die Reform soll nach aktuellem Stand zum 01.01.2027 eingeführt werden. Einzelne Details können sich bis zur endgültigen Umsetzung noch ändern.

Was passiert mit meinen bisherigen Zulagen?

Bereits erhaltene Zulagen bleiben grundsätzlich Bestandteil des Vertrags.

Können bestehende Verträge schlechter gestellt werden?

Nach aktuellem Stand sollen bestehende Verträge Bestandsschutz genießen.

Wird Wohn-Riester ebenfalls reformiert?

Hier bleiben die konkreten Ausgestaltungen der endgültigen gesetzlichen Umsetzung abzuwarten.

Ist ein ETF-Sparplan jetzt automatisch besser?

Nein. Beide Lösungen haben unterschiedliche Vor- und Nachteile und sollten individuell geprüft werden.

Können Selbstständige künftig direkt gefördert werden?

Genau dies ist eines der zentralen Ziele der Reform.

Welche Vorteile haben Beamte?

Beamte profitieren häufig besonders stark von Zulagen und Kinderzulagen.

Sollte ich meinen Vertrag beitragsfrei stellen statt kündigen?

Das kann in vielen Fällen sinnvoller sein als eine Kündigung. Eine individuelle Prüfung ist jedoch empfehlenswert.